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Ergänzende Diagnostik

In Ergänzung zu den vorerwähnten Ultraschallverfahren bestehen in der Meduna-Klinik erweiterte diagnostische Möglichkeiten, den Funktionszustand der Arterien und Venen mit verschiedenen angiologischen Spezialverfahren fachärztlich untersuchen zu lassen: 

  • Venenverschlussplethysmographien: Venenverschlussplethysmographien bieten die Möglichkeit, die Durchblutungs- und Strömungskapazität der Arterien und Venen beider Beine im direkten Seitenvergleich zu messen. Mittels zweier Luftmanschetten wird im Oberschenkelbereich durch Druck von aussen (Kompression) die Blutströmung in den Venen, ggf. zusätzlich auch in den Arterien zum Versiegen gebracht. Nach Ablauf weniger Minuten wird durch Entlüftung dieser Stauungsmanschetten der Blutfluss in den jeweiligen Gefässen wieder freigegeben. Im Anschluss hieran wird im Unterschenkelbereich der Blutfluss in den Arterien und/oder Venen mit empfindlichen Messverfahren registriert. Auf diese Weise kann die arterielle Durchblutung der Beine im Ruhezustand, die arterielle Durchblutungsreserve und die Transportkapazität des Venensystems im Seitenvergleich vermessen werden. Auch der Erfolg durchblutungsverbessernder Behandlungsverfahren lässt sich mittels Venenverschlussplethysmographie im Verlauf dokumentieren.Weiterhin ist die Venenverschlussplethysmographie ein ergänzendes Untersuchungsverfahren zum Nachweis und zur Verlaufskontrolle bei Venenthrombosen.
  • Oszillographie, Oszillometrie, Rheographie: Diese drei Untersuchungsverfahren eigenen sich zur orientierenden Schweregradeinteilung arterieller Durchblutungsstörungen. Im Seitenvergleich wird der pulsabhängige Blutstrom in den Beinen mittels Pulsaktionskurven dargestellt. Üblicherweise wird der pulsabhängige Einstrom des Blutes im Bereich beider Oberschenkel, Unterschenkel. Fussrücken und Zehen vergleichend aufgezeichnet. Die Registrierung der Blutpulsation in den Zehen wird auch als akrale Oszillographie bzw. Rheographie bezeichnet.
  • Digitalarterienpulsschreibungen: Dieses Verfahren stellt die Pulsation in den Arterien der Finger- und Zehenendglieder im Seitenvergleich dar. Hier finden sich Normabweichungen sowohl bei Verengungen im Verlauf der zuführenden grösseren Arterien als auch bei umschriebenen Durchblutungsstörungen der kleinen peripheren Gefässe der Endstrombahn.
  • Pulswellenlaufzeitbestimmungen: Durch zeitgleiche Registrierungen von Herzstromkurve (EKG) und den Gefässpulsationen entlang beider Beine (z.B. mittels Oszillographie) wird die Zeitdauer zwischen Herzaktionen und nachfolgenden Gefässpulsationen im Seitenvergleich gemessen. Diese Pulswellenlaufzeit verlängert sich mit zunehmender Distanz des Gefässes zum Herzen; Sie liegt beim Gesunden an den Grosszehen in der Regel unter 0,3 Sekunden. Eine Verkürzung der Pulswellenlaufzeit kann auf eine vermehrte Wandstarre im Gefässverlauf hinweisen, eine Verlängerung der Pulswellenlaufzeit spricht für einen Gefässverschluss mit Ausbildung eines Umgehungskreislaufes.
  • Lichtreflexionsrheographie: Die Lichtreflexionsrheographie bietet Hinweise zur Funktionsbeurteilung der Venenklappen und venösen Abflussverhältnisse. Durch gezieltes Abdrücken oberflächlicher Krampfadern lässt sich überprüfen, ob durch eine Verödung oder Entfernung der betreffenden Krampfadern die Blutströmung bzw. venöse Kreislaufsituation in den verbleibenden Venen verbessert werden kann. Bei diesem Untersuchungsverfahren wird der Blutfüllungszustand in den oberflächlichen Hautgefässen in Abhängigkeit von einer Aktivierung der Wadenmuskelpumpe im Seitenvergleich oberhalb der Innenknöchel registriert. Bei Betätigung der Wadenmuskelpumpe durch rhythmisches Heben und Senken des Fusses wird das Blut aus den Beinvenen in Richtung Herz befördert. Hierdurch nimmt die Blutfüllung in den oberflächlichen Hautgefässen ab. Nach anschliessender lockerer Entspannung der Wadenmuskulatur kommt es beim Gesunden im Laufe von etwa 40-60 Sekunden zu einer Wiederauffüllung der oberflächlichen Hautgefässe. Bei einer Funktionsstörung der Venenklappen vollzieht sich diese Wiederauffüllung beschleunigt. Bei einer venösen Abfluss-Störung, z.B. infolge einer tiefen Beinvenenthrombose, kann andererseits der Füllungszustand der oberflächlichen Hautvenen bei Betätigung der Wadenmuskelpumpe unbeeinflusst bleiben. Die Lichtreflexionsrheografie wird auch als Muskelpumpentest bezeichnet.                                                      
  • Phlebodynamometrie: Bei diesem Verfahren wird der periphere Venendruck in einer oberflächlichen Fussrückenvene durch Einführung einer Injektionskanüle in Verbindung mit einem Druckaufnahmesystem gemessen. In Analogie zur Lichtreflexionsrheographie kommt es auch hier bei Betätigung der Beinmuskulatur durch den beschriebenen Muskelpumpeffekt zu einer deutlichen Verringerung des Venendruckes, welcher sich nach Beendigung der Muskelarbeit wieder auf ursprünglichem Niveau aufbaut. Die Messwerte der Phlebodynamometrie erlauben ähnliche Rückschlüsse wie die Lichtreflexionsrheographie.
  • Kapillaroskopie (Nagelfalz-Mikroskopie): Bei verschiedenen Erkrankungen entstehen Durchblutungsstörungen auch durch Strukturveränderung der Blutkapillaren (Haargefässe). Intakte Kapillargefässe sind für die Aufrechterhaltung regelrechter Stoffwechselfunktionen und für die Lebenserhaltung des Gewebes von grosser Bedeutung, da die Abgabe von Sauerstoff und Nährstoffen sowie die Aufnahme von Kohlendioxid und Stoffwechselprodukten an den Kapillaren vollzogen wird. Der Nagelfalz (“Nagelhäutchen”) bietet die Möglichkeit, Gestalt und Anordnung der Kapillaren bei Auflichtbeleuchtung im Mikroskop direkt sichtbar zu machen.
  • Laufbandergometrie zur diagnostischen Gehstreckenbestimmung: Vorwiegend bei arteriellen Durchblutungsstörungen der Beine, seltener auch bei schwerwiegenden venösen Veränderungen, kommt es mit fortschreitendem Erkrankungsstadium zu einer allmählich zunehmenden Einschränkung der schmerzfrei zurücklegbaren Gehstrecke (“Schaufensterkrankheit”, Claudicatio intermittens). Mittels Laufbandergometer lässt sich die zurücklegbare Gehstrecke präzise ermitteln und im Behandlungsverlauf kontrollieren.
  • Laktatmessungen in Ruhe und unter Belastung: Bei diesem in der Sportmedizin gebräuchlichem Verfahren wird im Zustand  körperlicher Ruhe und unter körperlicher Belastung mehrfach Blut entnommen und der Milchsäureblutspiegel (Laktatspiegel) im Belastungsverlauf bestimmt. Sofern es bei übermässiger körperlicher Belastung zu einer Unterversorgung der Muskulatur mit Sauerstoff kommt, entsteht eine Tendenz zur Übersäurerung des Blutes mit einem Anstieg der Milchsäure. Ein Ausdauertraining sollte daher so gestaltet werden, dass allenfalls leichtgradige Anstiege der Milchsäureblutspiegel entstehen. Eine Kontrolle dieser Blutspiegel bei definierter körperlicher Belastung kann somit zu einer optimierten Trainingsgestaltung herangezogen werden.

 

Copyright: Prof. Dr. Piper, Meduna-Klinik, 56864 Bad Bertrich,
Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182

 

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